Verkehrsinfrastrukturprojekte in Winterthur: Stadtrat soll Lobbying verstärken

Für die Priorisierung der Verkehrsinfrastrukturprojekte, welche der Bundesrat anstrebt, bildet ein ETH-Gutachten eine erste Beurteilungsbasis. In Winterthur geht es dabei um die N1-Umfahrung mit der Option eines Tunnels von Töss nach Wülflingen: um den Umbau des Bahnhofs Oberwinterthur und um den Bau einer neuen Bahnhaltestelle Grüze Nord. All diese Projekte sind nötig, um die steigende verkehrliche Nachfrage befriedigen zu können. Die Priorisierungsstufen gemäss dem Gutachten lassen diese Projekte im Vergleich zu vielen anderen Vorhaben in der Schweiz weit zurückfallen. Eine Realisierung scheint in weite Ferne gerückt.

Nach der Publikation des Gutachtens liess der Stadtrat zwar seine Enttäuschung und Verärgerung über die Zurückstufung verlauten. Es gab allerdings auch Anzeichen, dass der Stadtrat mit einem engagierten und vor allem zeitgerechten Lobbying zu lange noch zuwarten könnte. Eine Dringliche Interpellation der FDP-Fraktion thematisierte dies. Sie wurde von allen Fraktionen mitunterstützt, was im parlamentarischen Betrieb selten ist. Der Stadtrat bekräftigte an der Parlamentssitzung vom 10. November 2025, es werde ein professionelles Lobbying aufgebaut. Dabei müsse auch die Methodik, wie das Gutachten zu den Ergebnissen gelangte, hinterfragt werden. Die Arbeiten des Bundes am Projekt der N1-Umfahrung mit einem Tunnel würden derzeit weitergeführt. Alle Fraktionen bestärkten anlässlich der Diskussion im Stadtparlament den Stadtrat, die Vertretung der Interessen von Winterthur zügig fortzusetzen.

Die Zeit drängt. Im ersten Halbjahr 2026 will der Bundesrat eine Vernehmlassungsvorlage zu den Verkehrsinfrastrukturprojekten verabschieden. Dann wird man sehen, welche «Positionen» die Winterthurer Vorhaben aufweisen.

Links

zur Dringlichen Interpellation (2025.118): https://parlament.winterthur.ch/_docn/6288547/2025.118V.pdf

zur Medienmitteilung des Bundes (9.10.25) und zum ETH-Gutachten: https://www.uvek.admin.ch/de/verkehr-45

Felix Helg, Stadtparlamentarier FDP, Winterthur