Emotionale Schuldebatten

Wenn es um bildungspolitische Themen geht, verlaufen Debatten im Kantonsrat oft sehr emotional. Ende August hat sich eine knappe Mehrheit dafür entschieden, in den Schulklassen der Volksschule keine Handys und Smartphones mehr zuzulassen. Die FDP war dagegen, weil der Vorstoss von SVP und EDU auch die Tages- und Betreuungsstrukturen umfasst. Alle Altersstufen vom Kindergarten bis zur dritten Sekundarschule sollen erfasst werden, was viel zu weitgehend ist.

Von besonderer Brisanz waren Diskussion und Entscheid zum Kopftuch. Der Kantonsrat hat beschlossen, dass Zürcher Lehrerinnen und Schülerinnen das Kopftuch ablegen müssen, sobald sie in der Schule sind. Ein generelles Kopftuchverbot lehnt die FDP ab. Sie überwies die Motion der SVP aber dennoch an den Regierungsrat, da dieser ihn zur Annahme empfohlen hat und die Regierung die Situation an den Schulen vertieft prüfen will. Es wird darauf ankommen, wie die Motion umgesetzt wird. Frauen und Mädchen, denen das Kopftuch aufgezwungen wird, verdienen einen Schutz in der Schule.

Eher als Randnotiz ist die Verlegung des Hauptsitzes der Bank Vontobel von Zürich nach Zug aufgenommen worden. Allerdings sieht der städtische Finanzvorstand darin kein Problem, wenn Zürich eine der wichtigsten Banken verliert. Dies zeigt, dass die Politik die Prioritäten nicht immer richtig zu setzen vermag. Nicht nur fehlen der Stadt Zürich die Steuereinnahmen, die Position des Kantons leidet insgesamt unter diesem Wegzug. 

Dieter Kläy, Kantonsrat FDP